Innovation braucht Datenschutz. So gelingt die sichere Cloud Auswahl.

Die Cloud ist für viele Unternehmen zum Standard geworden – ob für Fachanwendungen,  Kollaborationstools oder ganze Geschäftsprozesse. Doch mit jeder Auslagerung von Daten  in die Cloud steigen auch die Anforderungen an Sicherheit, Datenschutz und  Nachweisbarkeit. 

Nicht die Technik allein ist entscheidend, sondern wie bewusst sie ausgewählt, bewertet  und gesteuert wird. Wer hier strukturiert vorgeht, gewinnt gleich mehrfach: weniger  Haftungsrisiko, mehr Transparenz und eine solide Basis für digitale Innovation.

Was bedeutet „Cloud“ konkret? 

Unter Cloud versteht man IT-Ressourcen, die nicht mehr im eigenen Serverraum  betrieben, sondern bei einem Provider angemietet werden – meist über das Internet.  Typische Modelle sind: 

Sobald dabei Personendaten verarbeitet werden, gelten automatisch die Anforderungen  aus DSG / DSGVO – unabhängig davon, wie modern oder „marktüblich“ die Lösung ist. 

Verantwortung bleibt bei der Geschäftsleitung 

Auch wenn Betrieb und Administration an einen IT-Dienstleister ausgelagert sind: Die  rechtliche Verantwortung bleibt beim Unternehmen bzw. der Geschäftsleitung. 

Besonders bei Anbietern mit US-Ansässigkeit, z.B. Microsoft, Amazon etc., kommen  datenschutzrechtliche Zusatzrisiken hinzu (z.B. mögliche Zugriffe ausländischer 

Behörden). Diese müssen bewusst bewertet werden – sie lassen sich nicht einfach  „wegverhandeln“. 

Typische Schwachstellen in der Praxis 

In vielen Organisationen zeigen sich ähnliche Muster, etwa: 

Die Folge: Unsicherheit in Audits, Diskussionen mit Kunden und erhöhte persönliche  Haftungsrisiken für Leitung und Verantwortungsträger. 

Strukturiertes Vorgehen für sichere Cloud-Entscheidungen 

Ein professioneller Cloud-Entscheid verbindet rechtliche, organisatorische, technische  und wirtschaftliche Aspekte. Bewährt hat sich ein Vorgehen in fünf Schritten: 

  1. Klarheit über Daten und Risiken – Risikoanalyse 

Identifikation personenbezogener, sensitiver Daten (z.B. Gesundheits-, Kunden und Mitarbeiterdaten) und Analyse möglicher Auswirkungen bei Verlust,  Manipulation oder Nichtverfügbarkeit. 

  1. Risikobewertung 

Bewertung von Gefährdungen wie unbefugtem Zugriff, Datenleck, Ausfall oder  Ausspähung – in der eigenen Organisation, bei der Datenübertragung und beim  Provider. 

  1. Schutzziele und Anforderungen definieren 

Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit, Datenminimierung und Nachweisbarkeit  werden in konkrete technische, organisatorische und vertragliche Anforderungen  übersetzt. 

  1. Cloud-Anbieter prüfen und auswählen 

Abgleich der Leistungen mit den definierten Anforderungen: Sicherheitsniveau,  Verschlüsselung, Protokollierung, SLAs, Standorte, ggf. US-Bezug und ergänzende  Massnahmen wie Verschlüsselung oder Pseudonymisierung. 

  1. Verzahnung mit Compliance und Alltag 

Durchführung einer DSFA (falls erforderlich), Abschluss belastbarer AV-Verträge,  klare Cloud-Richtlinien und Prozesse, sowie praxisnahe Schulungen für  Mitarbeitende.

Warum sich ein Cloud-Risiko-Check lohnt 

Ein strukturierter Cloud-Risiko-Check verschafft der Geschäftsleitung: 

So wird die Cloud nicht zur Schwachstelle, sondern zur stabilen Basis für Digitalisierung  und Innovation – mit kontrollierbaren Risiken und klaren Nachweisen gegenüber Kunden,  Partnern, Audits und Aufsichtsbehörden.

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